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Monatswallfahrten

"375 Jahre Maria Schuss: 1633 - 2008"

Maria Schuß

 

Monatswallfahrten zur "Maria Schuss" in Geseke 2012

 


Weihbischof Matthias König bei der Monatswallfahrt im Februar 2006


Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
doch keines von allen kann dich schildern,
wie meine Seele dich erblickt.

Novalis

Liebe Pilger,

mit diesen Gedanken hat Novalis vor etwa 200 Jahren seine eigenen und den Empfindungen vieler Ausdruck verliehen, wenn er an die Gestalt Marias dachte, die die einzigartige Form ihrer Gottesbegegnung in die Worte des „Magnificat“ gekleidet hat: „Großes hat an mir getan der Mächtige, und sein Name ist heilig“ (Lk 1,49).

Maria ist wahrlich eine besondere Frau: die Mutter Jesu, die Mutter Gottes. In der Wahrnehmung heutiger Gläubiger schwankt ihr Bild zwischen Vorbild und Himmelskönigen, zwischen des Herren Magd oder Mutter Gottes.

Die Monatswallfahrt zu Maria Schuss ist Anlass, in diesem Jahr die Bilder, die von Maria in den Jahrhunderten gezeichnet wurden, gläubig zu betrachten um so die heilende Wirklichkeit der Mariengestalt für das eigene Leben zu erschließen.

So wünsche ich allen Pilgerinnen und Pilgern unserer Monatswallfahrt, dass wir in den Marienbildern einen neuen Zugang finden zum Glauben an den Gott, der Maria erwählt hat, den Menschen das Heil zu bringen.

 

Ihr Pfarrer Rainer Stahlhacke

Wallfahrtslieder und Gebete (424 KB)
 

 

Seitdem 1633 die aus dem 15. Jahrhundert stammende Skulptur in die Stiftskirche übertragen wurde, hat die Wallfahrt zu diesem Gnadenbilde Höhen und Tiefen erfahren. Im 18. Jahrhundert erlebte sie eine ungeheure Blüte, sodass am Fest "Maria Schuss" allein bis zu 5000 Kommunikanten gezählt werden konnten.
Viele Stiftungen und Weihegeschenke jener Zeit sind Ausdruck weit verbreiteter Verehrung. Vielen ist das Gnadenbild bis in unsere Zeit ans Herz gewachsen. Ein stilles Gebt, ein kurzes Verweilen mit einer Sorge, eine Kerze anzünden für einen Kranken oder wegen einer Prüfung, für sich allein oder mit den Enkeln oder Kindern, oder einfach nur einmal vorbeischauen - so drückt sich Verbundenheit aus.
Eine große Rolle spielte früher die Messe am Samstagmorgen, die für das ganze Jahr mit einem vollkommenen Ablass versehen war. An allen Samstagen - der Samstag ist in besonderer Weise der Verehrung Marias geweiht, weil er dem Sonntag, dem Tag des Herrn, vorausgeht, - besteht nun wieder die Möglichkeit, die Hl. Messe morgens um 9.00 Uhr am Gnadenaltar mitzufeiern. Die dichte, ruhige, gesammelte und innige Atmosphäre dieser Messfeiern wird von allen als sehr wohltuend empfunden.
Mehrere Beweggründe waren Anlass, die Monatswallfahrten zu beginnen: die Sorge um geistliche Berufe, der Wunsch, einmal im Monat Gelegenheit zu einer "geistlichen Auszeit" von zweieinhalb Stunden mit Anbetung, Rosenkranz, Impulsen durch unterschiedliche Prediger, Beichtgelegenheit etc. anzubieten und in unserem Gnadenbild Maria zu entdecken als Fürsprecherin, bei der wir mit unseren und der Welt Anliegen gut aufgehoben sind. Dabei singen wir die ureigenen Geseker Lieder, die von Kanonikus Schmittdiel getextet und komponiert wurden: Das Rosenkranzlied "Es glänzt ein Licht" und die eigens für das Gnadenbild geschriebenen Lieder "Die Mutter der Schmerzen" und die für die Andacht komponierte, gesteigert gesungene Antiphon " O Maria".

Der Ablauf eines solchen geistlichen Donnerstages gliedert sich Folgendermaßen:

 

17.00 Uhr Rosenkranzgebet und Beichtgelegenheit

17.30 Uhr Aussetzung gestaltet vom Gastpriester

18.00 Uhr Hl. Messe, anschließend Marienlob und allgemeiner Segen mit der Kreuzreliquie, danach gemütliches Beisammensein bei Essen und Trinken im Pfarrsaal.

Gelegenheit zur Beichte und zur Einzelsegnung sind gegeben.

 

Wallfahrtstermine 2012:


5. Januar
Maria Morgenstern
Dechant Thomas Wulf, Warstein


2. Februar
Bundeslade Gottes
Pfarrer Rainer Stahlhacke, Geseke


1. März
Himmelsleiter,
darauf Gott herniederstieg
Domkapitular Josef Dieste, Halle


12. April
Pforte des Himmels
Pastor Thomas Hengstebeck, Rheda


3. Mai
Geheimnisvolle Rose
Pfarrer Thomas Stolz, Paderborn


31. Mai
Kelch des Geistes
Markus Püttmann, Paderborn


5. Juli
Kelch der Hingabe
Msgr. Andreas Kurte, Paderborn


2. August
Ursache unserer Freude
P. Dr. Bruno Norbert Hannöver O.Cist.

6. September
Spiegel der Gerechtigkeit
Pfarrer Andreas Neuser, Attendorn


4. Oktober
Geheimnisvolle Rose
Domkapitular Meinolf Mika, Wiedenbrück


8. November
Goldenes Haus
Propst Josef Heers, Soest


6. Dezember
Starker Turm Davids
Msgr. Wilfried Schulte, Bielefeld

 

 
Wallfahrtslieder und Gebete (424 KB)
 
 
Die Begebenheiten des Jahres 1633 zeigen Maria als Opfer, als Angeschossene, als Leidende unter den wirren Verhältnissen jener Kriegszeit. So beten wir zu ihr mit der Litanei von Gertrud von le Fort zur Regina Pacis, zur Königin des Friedens um den Frieden für unsere Welt. "Nimm die Welt in deine Arme!" In allen jahrhunderten spiegelt sich in unterschiedlicher Gestalt jene Frau wieder, die ihren toten Sohn in ihren Armen hält. die Begebenheiten des Jahrs 1633 zeigen auch eine Welt, die  auf Heiliges meint verzichten zu können und am eigenen Wahnsinn zugrunde geht. Das Bild der schmerzensreichen Mutter hat den Anschlag überstanden und ist so zur trostreichen Mutter für viele geworden.
 
Die Legende um Maria Schuss

Anno1633, den 29. Oktober, hat Ludwig von Treysa aus dem Hessenlande ein Musquetier unter Hauptmann Mathia Achtersem, Übersteinisch, Hessische Regiment, gegenwärtiges Vesper-Bild der schmerzhaften Mutter Gottes, Maria, Christum auf dem Schoß haltend, so dazumal in hiesiger Stadt auf dem Hellwege in einem kleinen aufgemauerten Häuslein gestanden, mit vorgebenden blasphemischen Worten: Da "Sitzendes Weib" zu schießen, stehend gegenüber in eines Bürgers Johann Pontness genannt Hilpeken Behausung löset sein Gewehr und trifft es in die linke Schulter, darauf er sobald zur erde gesunken und unsinnig worden, darin er auch verblieben drei Tage: jämmerlich unterdessen gerufen: Heilet das Weib! Heilet das Weib! Endlich in solcher Unsinnigkeit, den 1. November elendig gestorben. Hierauf ist dieses so mirakulöse Bild vom bemeldeten Orte auf diesen ihr zu Ehren erbauten, Altar transferiert worden, wobei die Allmacht Gottes erkenne, ihn fürchte, liebe und durch seine liebe Mutter den Sohn selbst fleißig ehre. Amen

Bischof Dr. Reinhard Marx aus Trier

 

 
Wegweiser:

Geseke liegt an der Autobahn A 44 Dortmund-Kassel und der B 1 ca. 20 Kilometer von Paderborn.  Die Stiftskirche ist tagsüber geöffnet. Pilgergruppen können sich anmelden und Gottesdienste - mit eigenen Zelebranten oder durch Geistliche vor Ort - vereinbaren. Bitte wenden Sie sich dazu an das Stiftspfarramt. Tel: 02942/1223 oder Kontakt[at]stiftskirche-geseke.de

 

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