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"Er gehört zu uns wie Petrus in Rom"

Geseke, 13. März 2014. Geseke freut sich mit dem 60-jährigen Reinhard Marx über die Wahl zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Der Kardinal gilt als heimatverbunden und versäumt kein Schützenfest der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft.

Für den guten Ruf der Stadt ist Reinhard Marx das größte Kapital. „Keiner wirbt so in der Welt für uns wie er“, sagt Bürgermeister Franz Holtgrewe (CDU). „Jetzt wissen wieder ein paar Leute mehr, wo Geseke liegt.“ Nicht nur das. Marx ist einer von ihnen. Früher und heute. „Reinhard war nie außen vor.“

Mindestens einmal im Jahr reist der Kardinal in seine Geburtsstadt. Das Schützenfest der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft lässt er nie aus. Holtgrewe: „Hier ist er befreit von seinen Zwängen, die die Aufgaben mit sich bringen.“

Der frühere Geschäftsführer der Schützen, Heinz-Josef Dieregsweiler, weiß das: „Ohne dass er behelligt und beobachtet wird, kann er mal eine Bratwurst im Stehen essen.“ Dass er dazu das eine oder andere Bierchen trinkt, versteht sich.

Für Marx sind drei Tage Geseke wie Ferien. Schützen-Vorstand Hans-Peter Busch pflichtet bei: „Er nimmt sich diese Auszeit. Überstunden abfeiern nennt er das.“ Auf Heimaturlaub genießt er das Miteinander mit Freunden und Bekannten. Bürgermeister Holtgrewe: „Er ist gerne mit Menschen zusammen.“ Dass Marx gestern zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz geworden ist, überrascht niemanden in seiner Heimat.
Gewaltiges Arbeitspensum

„Ich habe es befürchtet“, sagt sein Bruder Werner. Der 62-Jährige, Werksdirektor der Erwitter Zementwerke, sieht mit Sorge das Arbeitspensum, das sich sein Bruder auflastet. „Mehr geht doch gar nicht. Und das mit 60 Jahren.“ Er selbst bekomme ihn nicht mehr ans Telefon. „Er hat sein Handy fast immer aus.“ Nur über das Büro in München sei er zu erreichen, rufe dann aber irgendwann zurück. „Termine für Familienfeiern brauchen bei uns einen Vorlauf von zwei Jahren. Unglaublich.“

Dass sein Bruder die neue Aufgabe übernimmt, wundert ihn nicht. „Wenn er gewählt wird, sagt er nicht nein. Die Kirche liegt ihm am Herzen. Er kontrolliert gerne. Als Vorsitzender kann er noch stärkeren Einfluss ausüben.“ Von einer überhöhten Bewertung der neuen Aufgabe hält Werner Marx wenig: „Er ist weder der Papst von Deutschland, noch der Chef der Bischöfe. Eher ihr feudaler Sprecher. Am Ende geht Rom schließlich immer vor.“

Wer Reinhard Marx näher kennt oder gekannt hat, weiß wie zielstrebend er vorgeht. Der inzwischen gestorbene Pfarrer der Stiftskirchengemeinde St. Cyriakus, Heinrich Wienken, bei dem die Marx-Brüder viele Jahre Messdiener waren, erinnert sich im Jahr 2010: „Marx ist emporgestiegen wie eine Rakete. Wohin er wollte, da kam er hin.“ Er habe nie „Scheu vor großen Leuten“ gehabt. Außerdem zeichnete ihn ein „gesundes Strebertum“ aus. So wundert sich seine elf Jahre jüngere Schwester Eva-Maria nicht über das neue Kapitel seiner Karriere: „Er war ja in der Warteschleife. Ich freue mich für ihn.“ Wie beschreibt die 49-jährige Medienpädagogin, die in Köln lebt, ihren Bruder? „Er ist diplomatisch, redegewandt, unterhaltsam und nie langweilig.“ Und, fügt sie hinzu: „Er ist ein ausgesprochen positiv denkender Mensch.“ Zeitungsberichte über ihn sind für sie längst eine Selbstverständlichkeit geworden. „Daran habe ich mich gewöhnt. Das geht seit meiner Kindheit so. Als ich in die Schule kam, war er schon Schülersprecher.“
Stellung beziehen

Ihr Verhältnis zur katholischen Kirche beschreibt Eva-Maria Marx so. „Mein Bruder ist mittendrin, ich bin nicht so nah dran und in einer anderen, weniger konservativen Welt unterwegs.“ Was Sie sich von ihrem Bruder wünscht? „Als Sozialethiker sollte er gegenüber der Wirtschaft das eine oder andere Mal klar Stellung beziehen. Ganz undiplomatisch.“ So direkt fällt auch die Antwort der Küsterin der Stiftskirche, Ingrid Josef, aus. Auf die Frage, was ihr Reinhard Marx bedeute, kommt die Antwort prompt: „Er gehört zu uns wie Petrus zu Rom.“ Punkt.

Quelle: WAZ / Joachim Karpa
 

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