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„Es wird nicht mehr den Stifts- oder den Stadtpfarrer geben“
Angekommen in Geseke: Der neue Pastoralverbundsleiter Rainer Stahlhacke spricht im Interview über seine ersten Tage am Hellweg, seine Erwartungen, Wünsche und Ziele

Geseke, 07. Juli 2011. Mit dem Motorrad ist er gekommen, zu Fuß hat er am Wochenende bei den Schützenfestumzügen der Sebastianer bereits die Stadt erkundet. Seit dem 1. Juli ist der neue Leiter des vereinten Pastoralverbundes, Rainer Stahlhacke, in Geseke tätig. Offiziell wird der 49-Jährige zwar erst am Sonntag, 24. Juli, in sein Amt eingeführt. Jedoch wartet schon im Vorfeld jede Menge Arbeit auf den gebürtigen Sauerländer, der bislang als Militärdekan in Munster tätig war.

Herzlich Willkommen in Geseke, Herr Stahlhacke. Als zukünftiger Präses der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft sind Sie am Wochenende kreuz und quer durch die Stadt marschiert. Was waren Ihre ersten Eindrücke?

Stahlhacke: Ich habe viele kleine Gassen und Straßen entdeckt. Man kann sehen, dass Geseke im Laufe der Jahre enorm gewachsen ist. Ich denke, dass ich mich hier wohlfühlen kann.

War das Ihr erster Kontakt mit dem Schützenwesen?

Stahlhacke: Nein, das war kein Neuland für mich. Ich war fünf Jahre Pastor in Schmallenberg, da gehörte das auch dazu. Die Traditionen sind allerdings unterschiedlich. Das Bild mit Frack und Zylinder bei den Sebastianern ist schon einmalig.

Wie reagieren die Geseker auf den neuen Pfarrer?

Stahlhacke: Man schimpft nach wie vor auf Paderborn. Da lasse ich die Leute aber auch schimpfen. Ansonsten habe ich nicht den Eindruck, dass dem neuen Pastoralteam Barrieren gebaut werden. Erste Gespräche haben mir gezeigt, dass große Offenheit herrscht.

Was haben Sie sich vorgenommen in den Tagen bis zu Ihrer Einführung?

Stahlhacke: Jetzt steht erstmal eine dreitägige Klausurtagung mit dem Pastoralteam an. Hier treffe ich mich mit Pastor Thomas Zwingmann, Vikar Hendrik Luicke, Gemeindereferentin Martina Bertels und Gemeindeassistentin Cordula Picht. Zunächst geht es darum, dass wir uns kennenlernen. Dann darum, wie wir die Aufgabe anpacken, die Pastoralverbünde Stadt und Land zusammenzuführen. Schließlich schauen wir, wie die Seelsorge und die Gemeindearbeit in dieser Übergangsphase weiterlaufen kann.

Was erhoffen Sie sich vom 24. Juli, dem Tag Ihrer Einführung?

Stahlhacke: Ich würde mich freuen, wenn viele Gläubige zum Gottesdienst kommen. Dann hoffe ich natürlich, dass unser Team auf offene Türen und Herzen stößt. Der 24. Juli soll ein Tag der Begegnung mit Menschen aus allen sechs Kirchengemeinden werden.

Was wird sich denn mit der Fusion der Pastoralverbünde konkret ändern in den Gemeinden?

Stahlhacke: Es wird nicht mehr den Stifts- oder den Stadtpfarrer geben. Das Pastoralteam wird für alle Gemeinden zuständig sein. Es wird aber keinen radikalen Schnitt geben. Veränderungen müssen im laufenden Prozess stattfinden. Etwas geändert hat sich ja bereits die Gottesdienstordnung. Statt elf gibt es am Wochenende nur noch neun Gottesdienste. Zwischen den Messen sollen 90 Minuten Zeit bleiben. Das darf für die Geistlichen kein Gehetze werden. Ein Plausch auf dem Kirchplatz muss nach wie vor möglich sein. Die neue Gottesdienstordnung testen wir jetzt ein dreiviertel Jahr.

Vom Militärdekan zum Pastoralverbundsleiter: Auch für Sie persönlich dürfte der Wechsel nach Geseke eine große Umstellung bedeuten.

Stahlhacke: Ja, bislang hatte ich fast nur mit jungen Leuten aus allen Schichten, getauft wie ungetauft, zu tun, die die Kirche sonst so gar nicht erreicht. Ich habe viel lebenskundlichen Unterricht gemacht, das fällt nun weg. Dafür bin ich jetzt für alle Altersschichten da und werde wieder regelmäßiger die Heilige Messe feiern. Zudem werde ich wesentlich häufiger am Schreibtisch sitzen.

Was reizt Sie an der neuen Aufgabe?

Stahlhacke: Es ist reizvoll zu schauen, wie man den Glauben in Geseke für die Zukunft gestalten kann. Wir möchten, dass Kirche nicht nur auf den Schultern des Pastoralteams lastet. Alle können ihr Glaubensbekenntnis zeigen. Das zu fördern und zu ermutigen, ist eine große Herausforderung. - df

Quelle: Geseker Zeitung / Dominik Friedrich

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