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Im Gespräch mit Pastor Thomas Zwingmann

Geseke, 19. April 2011. Die ersten zwei Entscheidungen sind gefallen. Mit Wirkung zum 1. Juli 2011 wird Pfarrer Rainer Stahlhacke neuer Pfarrer für den Pastoralverbund Geseke (wir berichteten). In der vergangenen Woche durften wir erfahren, dass der 32-jährige Pastor Thomas Zwingmann aus dem derzeitigen Wirkungsort Fröndenberg ihm zur Seite stehen wird. Somit sind die ersten zwei von drei Entscheidungen bereits gefallen. In einem ersten und ausführlichen Interview hat er uns einen Einblick in seine Vergangenheit und in die Zukunft gegeben:

Geseke-News.de: Wo und wie haben Sie Ihre Kindheit und Jugend verbracht?
Aufgewachsen bin ich in Elsen, einem Stadtteil von Paderborn, als jüngster von vier Geschwistern. Dort habe ich meine Kindheit verbracht. Dort bin ich zur Schule gegangen und in der katholischen Jugendarbeit aktiv gewesen. Von der Erstkommunion bis zum Abitur war ich sehr gerne Messdiener in meiner Heimatgemeinde und auch einige Jahre am Paderborner Dom. In der Paderstadt habe ich dann – abgesehen von den Freisemestern in Salzburg – auch den größten Teil meines Studiums verbracht, so dass Paderborn für mich nach wie vor ein wichtiger Bezugspunkt ist.

Geseke-News.de Wann und warum haben Sie sich entschlossen Priester zu werden?
Einen festen Zeitpunkt, an dem ich mich entschlossen hätte Priester zu werden, kann ich in der Rückschau eigentlich gar nicht benennen. Ich würde eher sagen, dass die Berufung zum Priestertum mit den Jahren gewachsen ist. Prägend waren sicher das religiöse Fundament in der Familie, die Gemeinschaft, die ich in der Jugendarbeit erlebt habe, die Erfahrungen der Gegenwart Gottes in der Liturgie sowie das konkrete Vorbild von überzeugenden Priestern, denen ich als Kind und Jugendlicher begegnen durfte. Aus meiner Heimatpfarrei sind übrigens zwischen 1995 und 2005 sieben Neupriester hervorgegangen. Bei meiner eigenen Primiz im Jahr 2004 standen wir mit vier Neugeweihten am Altar, was sicher auch noch einmal unterstreicht, dass dort insgesamt ein berufungsfreundliches Klima herrschte, was heute leider nicht überall selbstverständlich ist.

Geseke-News.de: Was gefällt Ihnen besonders am Priesterberuf?
Dass man mit Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenslagen zu tun hat: an den neuralgischen Punkten, wenn sie geboren werden, heiraten, krank sind oder sterben, aber auch in den Freuden und Sorgen des ganz normalen Alltags. Geteiltes Leid ist halbes Leid, sagt ein altes Sprichwort, aber geteilte Freude ist doppelte Freude! Priester zu sein ist ein unglaublich vielfältiger und faszinierender Beruf, in dem es nie langweilig wird. Außerdem glaube ich, dass es gerade heute wichtig ist, als Priester die Rede von Gott wach zu halten, leben wir doch in einer Zeit, in der Gott immer mehr aus dem Horizont vieler Menschen verschwindet. Wir müssen wieder entdecken, dass der christliche Glaube ein Schatz ist, der unzähligen Menschen auf dieser Welt Freude schenkt, Hoffnung, Sinn, Lebensqualität, und nicht eine Last, die wir abstreifen müssten, weil sie unsere Wochenendtermine blockiert.

Geseke-News.de: Haben Sie eine Lieblingsstelle in der Bibel?
Nicht nur eine. Es sind schon mehrere und die ändern sich mitunter täglich. Jetzt in den Wochen vor der Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. geht mir zum Beispiel ein Wort Jesu durch den Kopf, das dieser große Papst immer wieder den Menschen zugerufen hat und das er auch selbst bis zuletzt ausstrahlte: „Fürchtet euch nicht!“ In der Bibel kommt dieses Wort genau 365 mal vor, also sozusagen für jeden Tag des Jahres einmal. Wenn das keine Perspektive ist!

Geseke-News.de: Was sind Ihre Hobbys?
Ich lese gern, höre gern Musik, schwimme gern, ich fahre gerne mit dem Fahrrad und treffe mich gerne mit Freunden.

Geseke-News.de: Was tun Sie, um sich vom Berufsleben zu entspannen?
Zum Beispiel versuche ich, den eben erwähnten Hobbys nachzugehen. Aber ich möchte auch noch einmal deutlich machen: Der Altar ist für den Priester nicht einfach nur Arbeitsplatz, von dem man ausspannen müsste, sondern immer auch eine Art Erholungsort, wo man aus dem Gebet und der Feier der Eucharistie Kraft schöpft für seinen Dienst und seinen Alltag. Und das ist nicht nur eine fromme Redensart, sondern ernst gemeint. Wenn der Altar nämlich nicht mehr Mittelpunkt unseres priesterlichen Dienstes ist, dann kann uns auch alles äußere Engagement, so groß und vielfältig es auch sein mag, nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Entscheidende des Priestertums längst verstummt ist.

Geseke-News.de: Waren Sie schon mal in Geseke? Was kennen Sie bisher von Geseke?
Während meiner Diakonatszeit am St.-Patrokli-Dom in Soest bin ich regelmäßig auf meinem Weg von Paderborn nach Soest durch Geseke gekommen. Außerdem habe ich vor einigen Jahren auch schon einmal auf Einladung von Pfarrer Haringhaus die Monatswallfahrt in der Stiftskirche gehalten.

Geseke-News.de: Über welche Stationen kommen Sie nach Geseke?
Nach meinem Diakonatsjahr in Soest war ich für vier Jahre Vikar am Sauerländer Dom in Neheim, bevor ich dann in den Pastoralverbund Fröndenberg versetzt wurde, wo ich jetzt seit drei Jahren tätig bin. Meine bisherigen Stationen waren also alle mehr oder weniger in der Mitte unseres Erzbistums.

Geseke-News.de: Nach Ihrer Zeit in Fröndenberg arbeiten Sie nun im neuen Pastoralverbund Geseke mit. Freuen Sie sich auf diese Herausforderung?
Natürlich bin ich gespannt auf das, was kommen wird: auf die einzelnen Gemeinden im Pastoralverbund, auf die lokalen Traditionen und nicht zuletzt natürlich auch auf das seelsorgliche Personal, das sich neu zusammensetzt. Ich hoffe und bete, dass wir gemeinsam mit den Gläubigen die richtigen Schwerpunkte setzen und im Vertrauen auf Gottes Hilfe die neue Situation kraftvoll und mutig angehen.

Geseke-News.de: Was erwarten Sie von Geseke bzw. den Gesekern?
Sagen Sie den Gesekern und den Menschen in Störmede, wo ich ja wohnen werde, einfach, dass ich mich auf sie freue. Und wenn sie sich auch ein wenig auf mich freuen, dann ist das glaube ich eine ganz gute Voraussetzung für die Zukunft.

Das Interview führte Benedikt Laame mit dem neuen Pastor für Geseke: Thomas Zwingmann

Quelle: Geseke-News.de / Benedikt Laame

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