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Neuer Pastoralverbund, neuer Leiter: Pfarrer Rainer Stahlhacke im Interview

Geseke, 26. November 2010. Die Entscheidung des Erzbischofs Hans-Josef Becker einen neuen Pastoralverbund zu gründen und somit die bisherigen drei Geistlichen zu versetzen, hatte vor fast einem Jahr hohe Wellen geschlagen. Pfarrer Gerald Haringhaus wird nach Herford versetzt, Pfarrer Uwe Schläger geht nach Wewer und Pfarrer Thomas Schmidt geht nach Erwitte. Mit Wirkung zum 1. Juli 2011 wird Pfarrer Rainer Stahlhacke neuer Pfarrer für den neuen Pastoralverbund Geseke. Der 49-jährige Militärdekan freut sich auf seine neuen Herausforderungen und hat uns in einem ersten ausführlichen Interview einen Einblick in seine Vergangenheit und in die Zukunft gegeben:

Benedikt Laame: Wo und wie haben Sie ihre Kindheit und Jugend verbracht?
Stahlhacke: Mit meinen beiden Brüdern bin ich in Junkernhöh, einem Dorf bei Drolshagen, aufgewachsen und als Jugendlicher dann in Drolshagen selbst. Dort bin ich zur Hauptschule gegangen und habe anschließend die Fachoberschule in Olpe besucht. Nachdem ich meinen Zivildienst geleistet habe, fing ich im Oktober 1981 an Sozialpädagogik in Münster zu studieren.

Benedikt Laame: Wann und warum haben Sie sich entschlossen Priester zu werden?
Stahlhacke: Während meines Studiums der Sozialpädagogik stellte sich mir die Frage, will ich immer nur mit Menschen etwas tun, die sich in einer besonderen Lebenssituation befinden, also nur mit Kindern oder alten Menschen oder mit jugendlichen Straftätern? Hinzu kam, dass ich durch mein starkes Engagement in der Kirchlichen Jugendarbeit einige Seelsorger kennen lernte – und der Gedanke reifte: Könnte das nicht auch dein Weg sein? So haben sich verschiedene Mosaiksteine im Laufe der Zeit angesammelt, die dann ein ganzes Bild ergaben, sodass ich mich nach Abschluss des Studiums 1985 entschlossen habe, noch Katholische Theologie mit Blick auf das Priesteramt in Paderborn und Salzburg zu studieren.

Benedikt Laame: Was gefällt Ihnen besonders am Priesterberuf?
Stahlhacke: Ich denke, dass es mir schon von meinen Eltern in die Wiege gelegt worden ist, eher etwas mit Menschen zu tun als mit Technik. Bei den Soldaten habe ich mal eine Kurzfassung so gebraucht: „Ich möchte den Menschen auf seinem Lebensweg begleiten, von der Wiege bis zur Bahre!“
Von meinen nun 18 Jahren im Priesterlichen Dienst möchte ich – bis auf wenige Ausnahmen – keinen Tag missen. Ich bin Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen begegnet und durfte sie als Seelsorger begleiten, ihnen beistehen und ihnen versichern, dass ich im Gebet die Sorgen und Nöte aber auch die freudigen Dinge des Lebens, die sie beschäftigen, vor Gott trage. Die Jahre in der Militärseelsorge haben mir noch mal einen ganz anderen Blick auf die Lebenswelt von Menschen unserer Tage geöffnet. Ich, der in einem katholischen Elternhaus erzogen wurde und der in der Kirche beheimatet ist, musste auf einmal jungen Soldaten die Sprache der Kirche mit ihren Riten und Gebräuchen in ihre nichtkirchliche Lebenswelt übersetzen. – Ein großer Teil der Soldaten hat ja keinerlei Bezug zu Kirche und Glaube. – Das war zum einen eine Herausforderung, aber es hat auch viel Freude gemacht und die eine oder andere Tür in den Herzen der jungen Menschen für den christlichen Glauben geöffnet.

Benedikt Laame: Was tun Sie, um sich vom Berufsleben zu entspannen?

Stahlhacke: Eine mir sehr wichtige Entspannungsübung ist, dass ich sehr gerne am Herd stehe und koche, da kann ich für mich Abstand vom „Alltag“ gewinnen und ich lade dazu gerne Freunde ein. Daneben gehört für mich das Lesen, Musik hören von Klassik, über Rock/Pop, Musicals aber auch ab und an Blasmusik dazu, ebenso versuche ich auch möglichst regelmäßig Sport zu treiben.

Benedikt Laame: Was sind Ihre Hobbys?
Stahlhacke: In erster Linie widme ich meine Freizeit dem Motorrad.

Benedikt Laame: Waren Sie schon mal in Geseke? Was kennen Sie bisher von Geseke?
Stahlhacke: Ich gestehe, bevor mir der Personalchef die Frage stellte, ob ich mir vorstellen könnte den Pastoralverbund Geseke zu übernehmen, kannte ich die Stadt nur von den Autobahnschildern und den Blick auf das Zementwerk, das war es. Nachdem mir das Angebot unterbreitet wurde habe ich mal einen vorsichtigen Blick in die Stadt geworfen und auch ein Gespräch mit Militärpfarrer Martin Tilles, der ja ein Geseker Junge ist, geführt. Ich denke, ich werde nach den ersten Einblicken die ich gewonnen habe mich in Geseke sehr wohlfühlen, denn ich bin überzeugt, dass es in jedem Ort liebe, offene Menschen gibt, die es einem leicht machen heimisch zu werden. Ich gehe davon aus, dass ich sicher das ein oder andere mal, bevor der Umzugswagen meine Möbel bringt, Gelegenheit bekomme, noch mehr von der Stadt und den Menschen die dort leben kennen zulernen. Ich freue mich jedenfalls darauf.

Benedikt Laame: Über welche Stationen kommen Sie nach Geseke?
Stahlhacke: Ich war als „junger Vikar“ ein Jahr in Herdecke an der Ruhr eingesetzt. Von dort ging es für 4 Jahre in die Nachbarstadt Hagen, wo ich in der Gemeinde St. Michael in Wehringhausen wirken durfte. Von dort schlug es mich zurück ins Sauerland um dort als Vikar in St. Alexander in Schmallenberg und als Pfarrvikar in Gleidorf tätig zu sein. Nach etwas mehr als 4 Jahren hat mich der damalige Erzbischof auf meinen eigenen Wunsch für die Seelsorge an den Soldaten in der Bundeswehr freigestellt. So ging ich als Militärseelsorger zuerst in den Harz um die Standorte Goslar, Braunschweig, Osterode und Hildesheim zu betreuen. Nach meinem Einsatz in Bosnien-Herzegowina 2004 ging es dann in die Lüneburger Heide nach Munster, den zur Zeit größten Heeresstandort der Bundeswehr. Nach gut 9 Jahren in der Militärseelsorge, und den ein oder anderen Aufenthalt in Afghanistan, habe ich mich entschieden wieder in meine Heimatdiözese zurück zukehren.

Benedikt Laame: Nach Ihrer Zeit als Militärdekan werden Sie nun gleich Pastoralverbundsleiter in Geseke. Freuen Sie sich auf diese Herausforderung?
Stahlhacke: Es waren spannende und herausfordernde Zeiten in der Militärseelsorge, die ich nicht missen möchte, weil sie mir noch mal einen ganz anderen Blick auf die Menschen und ihr Leben ermöglicht haben. Genauso Freue ich mich nun auf diese neue Aufgabe als Pastoralverbundleiter. Insbesondere freue ich mich auf die Menschen in Geseke und genauso auf die Seelsorger die gemeinsam mit mir im Pastoralverbund tätig sein werden. Sicher wird es für die Gemeinden zu einigen Veränderungen kommen, aber auch für mich selbst wird sich das Aufgabenfeld anders gestalten. Da ich von Hause aus ein Optimist bin, denke ich werde ich mich dieser Herausforderung auch gerne stellen. Und ich denke, dass der Satz von Hermann Hesse sehr wohl zu trifft: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“

Benedikt Laame: Was erwarten Sie von Geseke bzw. den Gesekern?
Stahlhacke: Ich wünsche mir von den Menschen in Geseke eigentlich nur zwei Dinge: Offene Türen und offene Herzen für das neue Pastorale Team, das ab Sommer 2011 in Geseke seelsorglich wirken wird.

Benedikt Laame: Haben Sie schon Pläne für die Zukunft?
Stahlhacke: Pläne im Sinne einer Strategie habe ich sicher nicht. Ich werde mich in den nächsten Tagen mit den jetzigen verantwortlichen Seelsorgern treffen, um ein erstes Gespräch zu führen. In einem nächsten Schritt möchte ich dann gerne mit den Vorständen der verschieden Gremien zu einem gemeinsamen Gespräch zusammen kommen. Dieses Treffen soll dazu dienen, dass sich die handelnden Personen etwas näher kennen lernen. Und es dient sicher auch dem Austausch über Vorstellungen und Gestaltung des neuen Pastoralen Raumes, wo auch die verschiedenen Sorgen, Ängste und Befürchtungen der Gemeinden zum Ausdruck kommen. Wenn dann im Frühsommer fest steht, wer alles zum Pastoralen Team gehört, kann ich mir gut vorstellen in einer Klausurtagung gemeinsam die ersten Schritte des neuen Pastoralverbundes zu planen.
Aber bei all unseren Plänen sollten wir immer auch um die Gabe des Hl. Geistes beten, der all unserem Tun und Handeln zuvor kommt. Nur aus dem Gebet heraus, und Kraft des Gebetes, kann es uns gelingen als Christen die anstehende Aufgabe der Weitergabe des Glaubens in unsere Zeit hier im Raum Geseke zu meistern und den Menschen in ihren Freuden, Sorgen, Ängsten und Nöten beizustehen.

Das Interview führte Benedikt Laame mit dem neuen Pfarrer für Geseke; Rainer Stahlhacke.

Quelle: Stiftskirche Geseke / Benedikt Laame

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