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Lobetag als Symbol der Dankbarkeit und Erinnerung
Weihbischof König hielt beeindruckende Predigt am Lüdischen Tor

Geseke, 25. April 2010. Großes Glück hatte Geseke im dreißigjährigen Krieg. Herzog Christian von Braunschweig wütete über das Land. Die Hellwegstadt Geseke wurde verschont. In Lippstadt bezog er ein Hauptquartier und in Paderborn klaute der Feldherr den „Liborischrein“, auch Soest wurde nicht verschont, obwohl sich die Stadt einen teuren Schutzbrief erkaufte. Die Abwehr der Geseker war stärker und somit konnte der „Tolle Christian“ Geseke nicht erobern.

Am Sonntag (25.04.2010) feierte Geseker Christen den Lobetag – welcher auf ein Gelöbnis der Geseker Bürger zurück geht. Er ist aus Dankbarkeit darüber entstanden, dass 1622 der Tolle Christian Geseke aus einzige Stadt in Westfalen nicht erobern und plündern konnte.

Hunderte Gläubige, Mitglieder des Rates, zahlreiche Kommunionkinder, Fahnenabordnungen der Vereine, die Bürgerschützen, die Osthofe der St. Sebastianus – Schützenbruderschaft sowie die Stadtkapelle begleiteten die Prozession - die mit einem Hochamt in der Stiftskirche St. Cyriakus begann - über die Wälle der Stadt. Stationen gab es am Steintor, am Lüdischen Tor, an dem die Predigt gehalten wurde, und am Viehtor, an dem besonders auch der Opfer des Krieges und der Bombenangriffe gedacht wurde.
Neben Pfarrer Gerald Haringhaus, Pfarrer Uwe Schläger und Vikar Andreas Mockenhaupt nahm in diesem Jahr der Paderborner Weihbischof Matthias König an der Prozession teil.

Mit Protestplakaten an Zäunen und Häuserfassaden gegen die geplante kirchliche Umstrukturierung und die Versetzung der Geseker Geistlichen im kommenden Jahr machten einige Geseker Bürger auf sich aufmerksam.

Mit seiner beeindruckenden, kritischen Predigt am "Lüdischen Tor" ließ Weihbischof Matthias König die Zuhörer – trotz einigen technischen Tonschwierigkeiten – aufhorchen. Er betonte, dass in Geseke der Lobetag, seit Jahrhunderten die Erinnerung an einen verderblichen Krieg lebendig, der das heutige Deutschland weitgehend verwüstet und bis zu einem Drittel der damaligen Bevölkerung das Leben gekostet hat. „Für manchen scheint es in der heutigen zeit überholt solche Traditionen zu pflegen“ so der kirchliche Würdenträger weiter. Doch mit dem Lobetag ist es wie mit den Erzählungen alter Menschen über ihre Kriegserlebnisse: Sie erzählen, damit nicht vergessen wird, dass Frieden eine ständige Aufgabe ist und bleibt.

Weihbischof König abschließend: „Der Friede ist ein hohes Gut, das es mit allem Einsatz zu verteidigen gilt. Darum behält der Lobetag hier in Geseke auch nach 388 Jahren seine Berechtigung. Er lädt ein zum Erinnern und zum Danken, und will damit zum Frieden zu mahnen.“

Zum Abschluss der Lobetagsprozession fand im frisch renovierten Innenhof der Stiftskirche noch ein gemütlicher Frühschoppen mit Mittagessen und Begegnung mit dem Paderborner Weihbischof statt.

Download der Predigt von Weihbischof Matthias König

Quelle: Stiftskirche Geseke / Benedikt Laame

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