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Aus Selbstschutz geschlossen
Mit Überwachungskamera und begrenzten Öffnungszeiten reagieren die Kirchen auf Vandalismus und Diebstähle

Geseke, 29. Januar 2010. Seit jeher sind Kirchen nicht nur Stätte des gemeinsamen Betens, sondern auch Zufluchtsort und Raum des ganz privaten Rückzugs. Umso nachdenklicher muss es da stimmen, dass in Folge gezielter Zerstörungswut und vermehrter Diebstähle die Gotteshäuser ihre Offenheit durch verschärfte Sicherheitsmaßnahmen mehr und mehr einbüßen. Winfried Schnieders kennt diese Ärgernisse nur allzu gut. Als Sprecher der Kreispolizei kommen ihm immer wieder Straftaten in Gotteshäusern auf den Schreibtisch. Als Mitglied im Kirchenvorstand der Geseker Stiftsgemeinde ist er auch ganz persönlich betroffen - jüngst wurden erst wieder zwei Opferstöcke mit Bargeld aus der Stiftskirche gestohlen. „Mittlerweile ist nichts mehr heilig“, sagt Schnieders.
In der Stiftskirche, die den ganzen Tag über geöffnet ist, hängt deshalb schon seit einigen Jahren eine Überwachungskamera, die aufzeichnet, wer hineinkommt. Eine technische Rückkehr zu dem Gottesbild
à la „Der liebe Gott sieht alles“ oder gar Big Brother im Gotteshaus? „Es ist traurig, dass es nötig ist“, gesteht Schnieders ein und bedauert, dass möglicherweise manch Zuflucht Suchender durch die Überwachung fern gehalten wird.
Wer dann die Stadtkirche als alternativen Rückzugsort auserwählt, der könnte schon an den Türen scheitern. Die sind nämlich meist verschlossen - als Reaktion auf wiederholten Vandalismus vor einigen Jahren. Urin sei im Weihwasserbecken gewesen, die Madonna mit Orangen beschmissen und sogar gezündelt worden, erinnert sich Pfarrsekretärin Hildegard Grewe immer noch mit Entsetzen.
Seitdem hat die Stadtkirche eine Kirchenwache zu bestimmten Öffnungszeiten eingerichtet. Freitags von 15 bis 17 Uhr und sonntags von 15.30 bis 16.30 Uhr ist immer ein Ehrenamtlicher vor Ort, wenn er sich auch dezent im Hintergrund hält. Sporadisch wird auch mal an anderen Wochentagen geöffnet. „Das ist schade, aber vorher war es wirklich ganz schlimm“, beteuert Hildegard Grewe.
Auch die evangelischen Kirchen sind aus Selbstschutz meist verschlossen. „Leider Gottes“, bedauert Pfarrer Werner P. Nicolai. Für offene Kirchen braucht es Leute. „Und die haben wir leider zu wenig.“ Nur wenn jemand Zeit hat, um ein offenes Auge zu haben, steht auch die Tür zu den Gotteshäusern offen. Dass Achtsamkeit in Kirchen wichtig sei, hätten jüngst erst die Hakenkreuz-Schmierereien an der Martin-Luther-Kirche gezeigt. Der Fall ist immer noch offen. Ob sich der Opferstock-Diebstahl in der Stiftskirche aufklären lässt, bleibt abzuwarten. „Die Kameraufzeichnungen müssen noch ausgewertet werden“, so Schnieders.

Quelle: Geseker Zeitung

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