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Erzbischof Marx ruft junge Generation zu mehr Engagement auf
Dringende Bitte um Gebet für Frieden im Heiligen Land

Geseke/München, 01. Januar 2009. Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, hat in seiner traditionellen Silvesterpredigt am 31. Dezember im überfüllten Münchner Liebfrauendom die Christen dazu aufgerufen, sich mehr in Gesellschaft und Politik zu engagieren. Diesen Appell richte er besonders an die Generation junger Christen, sagte der Erzbischof. Nur wenn sich die Christen politisch und gesellschaftlich engagierten, blieben auch die christlichen Werte in Politik und Gesellschaft lebendig. Es gehe in allen Bereichen des politischen und gesellschaftlichen Lebens, vor allem auch in den Kommunen darum, für ein Gemeinwohl einzutreten, das den Menschen in die Mitte stelle.

Die Kirche dürfe die Hoffnungslosigkeit bei vielen Menschen nicht auch noch durch eigenes Jammern verdoppeln, sagte Marx. Weil Gott den Weg mit den Menschen gehe, könnten Christen aus ihrer Glaubenserfahrung eine reflektierte vernünftige Zuversicht in die Gesellschaft einbringen. Gelebtes Christsein könne etwas von der „Lust am Leben“ deutlich machen, nach der viele Menschen verlangten. Er wünsche sich, dass die Pfarreien Orte der Hoffnung, des Lebens, vor allem auch der Freude am Kind und an den Familien, letztlich der „Freude am wunderbaren Geschenk des Lebens“ seien. Dies sei nicht die einzige, aber eine sehr wichtige Aufgabe der Kirche.

Eindringlich hatte Marx zu Beginn seiner Predigt zum Jahreswechsel zu den kriegerischen Ereignissen im Nahen Osten Stellung genommen. Der besorgte Blick richte sich auf das Heilige Land, in dem Jesus aufgewachsen sei, wo er gelebt habe, gestorben und von den Toten auferstanden sei. Von seinen Besuchen im Heiligen Land wisse er, dass sich viele dort nach Menschen sehnten, die endlich Vertrauen schaffen und Schritt für Schritt Frieden schaffen könnten. Der jetzt dort ausgebrochene Krieg fordere dazu heraus, in besonderer Weise für den Frieden zu beten. Gewalt und Gegengewalt führe nur zu einer Kette neuer Gewalt, mahnte der Erzbischof.

Auch zur gegenwärtigen weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise nahm er Stellung. Sie müsse im Licht des Evangeliums gesehen werden, das zwar keine politische Botschaft sei, aber als ein „unzerstörbares Fundament“ des Bildes vom Menschen verstanden werden müsse. Die Wirtschaft müsse so gestaltet werden, dass sie wirklich dem Menschen diene. Die Kirche verspreche damit kein Paradies auf Erden. Dies täten nur Lügner. Aber es sei realistisch und vernünftig, dafür zu wirken, dass die Gesellschaft Schritt für Schritt gerechter gestaltet werde.

Um des Menschen willen, vor allem um der Menschen in den armen Ländern der Erde willen, die am meisten unter den Auswirkungen der Krise zu leiden hätten, müsse jetzt mehr getan werden, als nur oberflächlich an irgendwelchen „Stellschrauben“ zu drehen. Den Prinzipien der Solidarität und Gerechtigkeit sei Geltung zu verschaffen. Es dürften nicht weiterhin diejenigen auch noch belohnt werden, die sich der Gier und dem Habenwollen verschrieben hätten. Eine Zivilisation bleibe nicht von sich aus auf dem richtigen Weg. Sie brauche den Einsatz für das Gute. Die Kirche habe in diesem Sinn den Auftrag, das Evangelium in die Politik und die Gesellschaft hinein so zu verkünden, dass alle Menschen guten Willens, nicht nur die Christen, es verstehen und annehmen könnten.

Quelle/Verfasser: Erzbistum München

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