Aktuelles Termine Informationen Gottesdienste Wallfahrten Gremien Renovierung Stiftsbauhütte Trauerfall Kontakt





 
 


www.stiftskirche-geseke.de

Mutter der Schmerzen
Seit mittlerweile 375 Jahren ist die Stadt Geseke ein Wallfahrtsort. Gnadenbild Maria Schuss wird seit dem Dreißigjährigen Krieg verehrt

Geseke, 18. Oktober 2008. „O Maria, o Maria! Bitte für uns, Mutter der Schmerzen! Bitte für uns! Hilf Deinen Kindern in Schmerzen und Not...“ Kaum ein anderes Lied singen Geseker Gläubige mit so viel Hingabe und Inbrunst wie das von Augustinus Schmittdiel geschriebene Marienlied. Keinen anderen Ort steuern sie auf der Suche nach Trost und Hilfe so oft an wie den Marienaltar mit dem gleichnamigen Gnadenbild in der Stiftskirche St. Cyriakus. 375 Jahre ist es am 29. Oktober 2008 her, dass das Marienbild der schmerzhaften Mutter Gottes nach dem Beschuss durch den hessischen Soldaten Ludwig Sadeler aus Treysa aus dem Heiligenhäuschen am Hellweg in die Stiftskirche übertragen wurde. Groß feiern werden die Geseker dieses Jubiläum bereits am kommenden Wochenende. Und das sicherlich nicht nur, um an ein historisches Ereignis zurückzudenken. Gefeiert wird ganz bestimmt auch aus Dankbarkeit. Seit 375 Jahren finden die Geseker schließlich Halt und erfahren Hilfe am Marienbild in der Stiftskirche. Erzählungen zufolge soll das Gebet am Marienaltar schon zu so mancher Heilung kranker Menschen beigetragen haben. „Die Gläubigen haben eine besonders enge Beziehung zu Maria Schuss, weil sie an diesem Ort in besonderer Weise das Gespür und das Gefühl dafür haben dürfen, dass Glauben und Gott konkret mit dem Leben zu tun haben“, erklärt Gerald Haringhaus.
Und selbst der Pfarrer der Stiftskirche meint, dass die Legende, die sich um das eigentliche historische Ereignis rankt, enorm zu diesem Gefühl beiträgt. Nach dem Schuss des Soldaten Sadeler soll das Blut in Strömen aus dem Arm der Gottesmutter auf die Rosenstraße und dann in den Geseker Teich gelaufen sein. Dort sollen aus dem Blut frische Rosen erblüht sein.
Sinnbildlicher geht es kaum. „Das Blut steht für Not, Kummer, Sorgen und Hunger. Das alles haben die Geseker unter der hessischen Besatzung im Dreißigjährigen Krieg erleiden müssen“, sagt Haringhaus. Die Rosen wiederum stehen für Liebe, Zuwendung und Freude. „Die Legende vom Rosenwunder steht somit für durchstandenes Leid und die in der Mutter Gottes begründeten Hoffnung“, so der Pfarrer weiter. Gewiss stand das Gnadenbild bei den Gesekern laut Haringhaus aber auch für direktes himmlisches Eingreifen, für ein kleines Stück Gerechtigkeit, soll der hessische Soldat doch unmittelbar nach seinem Schuss verrückt und drei Tage später „in solcher Unsinnigkeit elendig gestorben“ sein.
Die Legende, die grundsätzliche menschliche Erfahrungen greifbar macht, die laut Haringhaus in allen Zeiten aktuell scheint, hat aus Maria Schuss mehr gemacht, als einen beliebigen Ort des Gebetes. Seit 375 Jahren ist Geseke dank der schmerzhaften Mutter Gottes Wallfahrtsort. Seitdem feiern die Geseker immer Ende Oktober den Jahrestag und kommen am Mariensamstag zur Heiligen Messe in die Stiftskirche. Auch auswärtige Pilger zieht es dank Maria Schuss nach Geseke, um am Gnadenbild zu beten. Bestes Beispiel sind die Monatswallfahrten, die im Jahr 2002 ins Leben gerufen wurden.
Noch gestiegen ist der Bekanntheitsgrad des Marienbildes und somit auch des Wallfahrtsortes ganz bestimmt durch den aus der Cyriakus-Gemeinde stammenden Erzbischof Prof. Dr. Reinhard Marx. „Es kommen zwar noch keine Japaner in Bussen angefahren, aber er ist sicherlich ein PR-Faktor“, denkt Haringhaus etwa an ein Ehepaar aus Mainz zurück, das kürzlich in Münster Urlaub gemacht und einen ganzen Tagesausflug für einen Besuch der schmerzhaften Mutter Gottes angesetzt hat. „Pro Tag kommen immerhin rund 25 bis 30 Besucher zum Gebet an den Marienaltar“, schätzt der Pfarrer.
Und wenn der Erzbischof sagt, er könne sich nicht vorstellen, dass jemand ungetröstet von diesem bewegenden Gnadenbild wieder weggeht, dann wird klar, warum dieser wichtige Schatz der Stadt Geseke nach wie vor eine derart große Bedeutung genießt.

Quelle: Geseker Zeitung

- Zurück -

Home

 

Impressum und Datenschutz | www.geseke-news.de