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Ehrenbürgerrechte für Mickler-Becker und Marx
Stadt Geseke wird Olympiasiegerin und Erzbischof nach erfolgtem Ratsbeschluss für die Verdienste um ihre Heimat auszeichnen

Geseke, 04. September 2008. Erstmals nach über 50 Jahren wird zwei verdienten Persönlichkeiten wieder das Ehrenbürgerrecht der Stadt Geseke verliehen. In zwei gesonderten öffentlichen Sitzung des Stadtrates - die Termine stehen noch nicht fest - soll die feierliche Verleihung an Gesekes zweifache Olympiasiegerin Ingrid Mickler-Becker und den Erzbischof von München und Freising, Prof. Dr. Reinhard Marx, stattfinden. Diesen Beschluss hat das Gremium am Dienstagabend im Rahmen ihrer jüngsten Sitzung beschlossen. Erfolgt ist diese Entscheidung auf Anregung des Ältestenrates der Stadt Geseke. „Sowohl Ingrid Mickler-Becker als ehemalige Leichtathletik-Olympiasiegerin als auch Erzbischof Prof. Dr. Reinhard Marx haben aufgrund ihrer Popularität ihre Heimatstadt Geseke weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt gemacht“, heißt es zur Begründung in der Beschlussvorlage. Ausschlaggebend, so Bürgermeister Franz Holtgrewe in der Ratssitzung, sei aber vor allem auch die Tatsache, dass beide Persönlichkeiten immer eine enge Verbindung zu ihrer Heimatstadt gepflegt haben und nach wie vor pflegen. Andauernde Kontakte bestehen laut Holtgrewe zu diversen heimischen Vereinen und Institutionen. Angemessen und gerechtfertigt sei die Ehrung, da sich sowohl Marx als auch Mickler-Becker mit großem Engagement und hoher Identifikation trotz beruflicher Belastung und großem Termindruck weit über das übliche Maß hinaus für die Belange ihrer Heimatstadt einsetzen, hieß es weiter. Mit beiden zukünftigen Ehrenbürgern hatte der Bürgermeister bereits vor der Ratssitzung Kontakt aufgenommen. „Beide waren sehr beeindruckt und gerührt und fühlen sich sehr geehrt“, erklärte Holtgrewe.
Auch diese Reaktion ist einmal mehr ein Zeichen für die enge Verbundenheit zur Heimat und die Bodenständigkeit der beiden wohl berühmtesten Kinder dieser Stadt. Immerhin kann die 65-jährige Ingrid Mickler Becker, die das Leichtathletik-Einmaleins bei der LG Geseke erlernt hat, auf vier Olympia-Teilnahmen und zwei Goldmedaillen verweisen. Diese errang sie 1968 in Mexiko im Fünfkampf und 1972 in München mit der 4x100-Meter-Staffel. Hinzu kommen Titel im Weitsprung und in der 4x100-Meter-Staffel bei der Europameisterschaft in Helsinki. Diese beiden Erfolge machten sie im gleichen Jahr zur Sportlerin des Jahres. Nach ihrer aktiven Laufbahn nahm Mickler-Becker ein Lehramtsstudium auf, war später Gymnasiallehrerin für Sport und Sozialkunde in Mainz und lebte einige Jahre mit ihrem Mann Friedrich Mickler in den Vereinigten Staaten. Heute wohnt die Mutter eines Sohnes (Philipp) mit ihrem Mann in Zornheim (Rheinhessen). Noch heute engagiert sich das Mitglied des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) trotz der Entfernung zur Heimat als Vorsitzende des Fördervereins für Leichtathletik in Geseke für den heimischen Nachwuchs.
Tiefe Verwurzelung mit seiner Heimat stellt auch Gesekes Erzbischof Prof. Dr. Reinhard Marx immer wieder unter Beweis. Im Juli erst feierte der 54-Jährige mit seinen Geseker Freunden das Schützenfest der St.-Sebastianus-Bruderschaft. Unvergessen auch seine feierliche Amsteinführung am 2. Februar 2008. Hunderte von Gesekern standen „ihrem“ Reinhard zur Seite, als er im Liebfrauendom zu München den Bischofsstab von seinem Vorgänger Kardinal Friedrich Wetter in Empfang nahm. Und als er die ehrwürdige Kathedrale nach dem Pontifikalamt verließ, galt die geballte Faust und der erste Gruß seinen Wegbegleitern aus Geseke.
Längst ist der Gottesmann aber auch in seiner neuen Wahlheimat Bayern angekommen. Durch das ganze Erzbistum ist er seit der Amtseinführung mittlerweile gereist. Gemerkt hat der Geseker dabei schnell, dass die Mentalität der Westfalen und der Bayern sehr gut zusammenpassen. „Ich bin unheimlich freundlich und offen aufgenommen worden. Auch München gefällt mir, dort kann man durchaus leben“, erklärte er erst kürzlich in einem Interview mit unserer Zeitung. Anpassungsprobleme hatte der Geistliche bislang ohnehin an keiner seiner Wirkungsstätten. Ob an seinem ersten Bischoftssitz Trier, als Weihbischof in Paderborn oder an der Clemens-Kommende in Dortmund, deren Direktor er lange Jahre war - überall erinnert man sich gerne an den weltoffenen und zugleich romtreuen zukünftigen Ehrenbürger der Hellwegstadt Geseke zurück.

Quelle: Geseker Zeitung

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