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„Ein echtes Schmuckstück“
Heinrich Gabriel kann viel erzählen über die Geschichte der Stadt. Am Herzen liegen ihm die oft nur „stiefmütterlich“ erwähnten Kapellen

Geseke 23. Februar 2008. „Städter oder Stifter?“ - Diese Frage bewegte früher die Menschen in Geseke. Zu welcher Pfarrei man gehörte, das war vermutlich ebenso wichtig, wie die Frage, in welchem Fußballverein man war, oder in welchem Schützenverein. „Da wurden richtige Kämpfe ausgetragen“, erinnert sich Heinrich Gabriel und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Mit St. Marien kam später noch eine Pfarrei hinzu - und die Grenzen mussten neu gezogen werden. Heinrich Gabriel, gebürtig aus Borgentreich, kam 1953 nach Geseke. Über die Geschichte der Stadt kann er viel erzählen - vor allem über die Kirchen und Kapellen. Letztere werden ja oft nur stiefmütterlich erwähnt. Deshalb referierte Gabriel hierzu jetzt auf Einladung der kfd St. Cyriakus im Pfarrsaal der Stiftskirche. Für unsere Zeitung ein Grund, einmal ausführlicher über die Kirchen- und Kapellen-Landschaft in Geseke zu berichten.
Kapellen bezeichnet man übrigens als kleinere Kirche ohne Pfarrrechte und ohne Pfarrer. „Sie waren doch Schülerin bei mir“, begrüßt Gabriel eine Dame im Publikum. Er kennt die Namen und Gesichter zahlreicher Geseker, die bei ihm die Schulbank gedrückt hatten.
Heinrich Gabriel hatte zunächst an der Mädchenschule, dann an der Knabenschule und der Marienschule unterrichtet. 1966 wurde er Rektor der Adenauerschule. „So habe ich alle drei Pfarreien durchgemacht“, sagt Gabriel, Ehrenmitglied im Verein für Heimatkunde. Doch zurück zu den „Städtern“ und „Stiftern“. Wessen Kirche ist eigentlich die ältere? Heinrich Gabriel hat verschiedenste Quellen untersucht und weiß die Antwort. Die älteste Kirche ist eine Kapelle. „Die Martinskapelle ist der erste christliche Mittelpunkt in Geseke“, so Gabriel. Nach der Stiftsgründung Mitte des 10. Jahrhunderts reichte sie nicht mehr aus. Die Stiftskirche wurde die Nachfolgerin der Martinskapelle. Die Stadtkirche wurde schon sehr früh um 800 erwähnt: „Sie ist die Tauf- und Mutterkirche von Geseke“, erklärt Gabriel. Die Marienkirche, die jüngste unter den drei Pfarrkirchen, feierte vergangenes Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum.
Unter den Geseker Kapellen befindet sich ein echtes „Schmuckstück“, wie Heinrich Gabriel beschreibt: die Kapelle der Landespflege. Im Grunde handelt es sich auch um eine Kirche - eine Klosterkirche nämlich - und der geläufige Begriff „Landespflege“ meint die Außenstelle des LWL-Pflegezentrums Lippstadt.

Barocke Ausstattung hinterlässt Eindruck

Erbaut wurde die St. Johannes Baptist-Kirche des einstigen Franziskaner-Klosters um 1668. Die barocke Ausstattung hinterlasse einen nachhaltigen Eindruck, betont Gabriel.
Die Maria-Hilf-Kapelle von 1703 ist dagegen wirklich eine Kapelle. Den Gesekern ist es zu verdanken, dass es sie noch gibt. Mit dem Bau der Südumgehung der B1 Mitte der sechziger Jahre war sie nämlich im Weg. Die Bürger protestierten. Deshalb wurde sie versetzt, originalgetreu wieder aufgebaut und befindet sich heute am Ende der Kastanien-Allee vor dem Osttor der Stadt.

Quelle: Geseker Zeitung

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