Aktuelles Termine Informationen Gottesdienste Wallfahrten Gremien Renovierung Stiftsbauhütte Trauerfall Kontakt





 
 


www.stiftskirche-geseke.de

Erzbischof Marx geißelt Gier und Gleichgültigkeit
Würdenträger spricht zum 375-jährigen Bestehen des Wallfahrtsortes.„Gnadenbild Maria Schuss hat mich in der Kindheit geprägt“

Geseke, 27. Oktober 2008. Weihrauch hängt in der Luft, brachiale Klänge und schöne getragene Stimmen erfüllen gleichermaßen den Kirchenraum - das feierliche Pontifikalamt mit dem Erzbischof von München und Freising, Dr. Reinhard Marx, bildete gestern den Höhepunkt der zweitägigen Festivitäten zum 375-jährigen Bestehen Gesekes als Wallfahrtsort. Rund 600 Gläubige - darunter Repräsentanten der Stadt und ehemalige Geseker Geistliche - wollten mit dabei sein, als der berühmte Sohn der Stadt die Messe zelebrierte und dabei auch deutliche Worte angesichts der Finanzkrise fand. „Die Beteiligten sind blind vor Gier gewesen.“ Diese Gleichgültigkeit müsse überwunden werden, sagte Marx und verwies auf Gott, der nicht gleichgültig sei, sondern sich leidenschaftlich für die Menschen interessiere. Marx, der zurzeit viel durch Deutschland reist und mit Bürgermeistern und Landräten spricht, trat für eine moralische Erneuerung ein, damit die Menschen überleben können. Christliche Werte könnten vom Glauben nicht getrennt werden und seien tief verankert mit Christus. Der Geistliche, der nach eigenem Bekunden noch nicht alle Berge in seiner Wahlheimat kennt, freute sich „als Pilger heute hier zu sein“. Das Gnadenbild Maria Schuss sei ein Zeichen der lebendigen Gegenwart Gottes. „Sehen sie es gleichermaßen als Geschenk und großes Zeichen für ihre Stadt“, rief er den vielen Gläubigen in der voll besetzten Stiftskirche St. Cyriakus zu. Dort ist Marx ganz in der Nähe aufgewachsen. „Die Kirche ist meine Heimatkirche. Ich habe auch in meiner Zeit in Trier den Kontakt zu Geseke nie verloren“, sagt er. Das Gnadenbild habe ihn „in der Kindheit geprägt“ und habe entsprechend eine ganz besondere Bedeutung für ihn.
Begegnungen mit alten Bekannten, Freunden und Bürgern standen im Schatten der Kirche auf dem Programm. Marx musste fleißig Hände schütteln. Darunter waren auch seine Geschwister und Cousins und Cousinen. Denn das Pontifikalamt war zugleich das Jahresseelenamt für die vor einem Jahr verstorbene Mutter des Erzbischofs. In der Kirche mit dabei war auch sein Cousin Franz-Josef Cramer. „Das ist immer wieder ein Erlebnis“, sagt der 62-Jährige aus Geseke und strahlt. Pfarrer Gerald Haringhaus machte ebenfalls ein zufriedenes Gesicht. „Das war schon ein gewaltiges Zusammenspiel in der Kirche.“ Er hoffe, dass die Menschen jetzt mehr vom Gnadenbild berührt werden. Haringhaus hatte neben Marx zusammen mit Vikar Andreas Mockenhaupt und Pfarrer i.R. Johannes Schwarte das Pontifikalamt zelebriert.
Der Wettergott hatte es während der Feierstunden mit den Gesekern gut gemeint. Bei klarem und trockenem Wetter fand eine Lichterprozession mit Begleitung zahlreicher Geseker Fahnenabordnungen statt. Rund 1000 Menschen gaben der Prozession einen würdigen Rahmen. In der Rosenstraße musste kurzerhand nach Angaben von Gerald Haringhaus ein Anwohner seinen Altartisch von Nachbarn ausleihen. Das Original war gestohlen worden. Gestern tauchte der Tisch dann auf fast wundersame Weise wieder auf.
Erzbischof Marx fuhr bereits am gestrigen Abend wieder nach München zurück.

Quelle: Geseker Zeitung

- Zurück -

Home

 

Impressum und Datenschutz | www.geseke-news.de