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Spannende Reise in vergangene Zeiten
Stiftskirche präsentiert sich am Tag des offenen Denkmals. Barockaltäre standen beim Konzert im Mittelpunkt

Geseke, 11. September 2007.  Für Pfarrer Gerald Haringhaus war Sonntag ein langer Tag: Zwei heilige Messen, zwei Besucherführungen in der Kirche, am Abend ein Konzert - und zwischendurch immer wieder für Fragen präsent sein, beim Büchermarkt und im Stiftsbistro vorbeischauen. Schließlich war der Tag des offenen Denkmals, der europaweit begangen wird, angesetzt. In Geseke hatte die Stiftskirche ihre Pforten geöffnet. Interessierte hatten die Möglichkeit, sie einmal ganz anders als sonst bei den Gottesdiensten unter die Lupe zu nehmen. Die Resonanz war groß.
Den langen Tag merkte man Pfarrer Haringhaus überhaupt nicht an. Vielmehr war zu spüren, wie viel Freude es ihm bereitete, von „seiner“ Stiftskirche zu erzählen und dabei auch mit kleinen Anekdoten zu unterhalten. Vor allem die Besucherführungen wurden zu einer spannenden Reise in längst vergangene Zeiten.
Wer hat schon mal so genau hingesehen? Unter die Decke, zu den Fenstern, zu den einzelnen Heiligenfiguren?
Start der eindrucksvollen Führung war im Bereich des Taufbeckens. Pfarrer Haringhaus zeigte dort den Patron der Kirche, den heiligen Cyriakus, der mit seinem Attribut des Teufels dargestellt ist. Spannend auch das Lobetagsfenster, das Gesekes Sieg über die Belagerung des „Tollen Christians“ während des Dreißigjährigen Krieges abbildet.
„Alle Geseker haben gelobt, also versprochen, Gott dafür zu danken, dass sie verschont wurden. Deswegen findet jedes Jahr die Prozession statt“, erklärte Pfarrer Haringhaus.
„Lobe Geseke, Deinen Gott“ steht in dem Fenster geschrieben. „Bischof Reinhard Marx sagte einmal, dass er als Kind dachte, dass Geseke schon etwas Besonderes sein muss, wenn es seinen eigenen Gott hat“, wusste Haringhaus zu berichten.
Die Besucher schmunzelten. Letzte Station war an dem Altar Maria Schuss. Warum sie so heißt? 1633 wurde auf sie in einem Heiligenhäuschen am Hellweg geschossen, am linken Arm soll das Loch noch zu sehen sein. Die Geschichte sagt, dass der Schütze innerhalb von drei Tagen verstarb. Blut sei aus der Marienfigur geflossen und daraus sind Rosen entstanden. Ihr zu Ehren finden regelmäßig Wallfahrten zur Maria Schuss statt.
„Eine Wallfahrt, die mit einem Todesfall beginnt, das gibt es nicht so oft“, meinte Haringhaus. In der Kirche befindet sich übrigens die Originalfigur Maria Schuss - fest gesichert. Bei Prozessionen wird stets eine Kopie mitgeführt.
Beim abendlichen Konzert im Kerzenschein standen die drei Barockaltäre im Mittelpunkt. Einzelne Bilder wurden angeleuchtet. Dazu spielte Ralf Borghoff an der historischen Stiftsorgel; Heinrich Bergmann, Lehrer am Gymnasium Antonianum, las begleitend passende Bibeltexte.
Irgendwie hatte man das Gefühl, als seien die Figuren an den Altären plötzlich zum Leben erweckt, als würden sie zueinander sprechen. Es entstand eine Geschichte, ein großer Zusammenhang. Zurücklehnen, schauen, zuhören, staunen - das alles in einer sehr andächtigen, besonderen Atmosphäre. Der Tag des offenen Denkmals ließ die Stiftskirche ganz neu erfahren.

Quelle: Geseker Zeitung

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