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www.stiftskirche-geseke.de
Entsetzen über
Schmierereien
Großer
Schaden an Pieta „Maria Schuß“. Verein für Heimatkunde lobt 200 Euro aus
Geseke,
27. März 2007.
Entsetzen herrscht in der Bevölkerung über die Verunstaltung und über die
Schmierereien an Heiligenhäuschen. Nach den Schmierereien im Bereich der Maria-
Hilf-Kapelle wurde in der Nacht zum Samstag das Heiligenhäuschen am Hellweg/
Ecke Rosenstraße, in der die Pieta „Maria Schuß“ steht, mit Unmengen von Joghurt
beschmiert (wir berichteten). Das Heiligenhäuschen mit der Pieta spielt für die
Gläubigen der Stadt eine ganz besondere Rolle. So erinnert es an ein Ereignis im
Dreißigjährigen Krieg.
Nach der Tradition und der Inschrift hat (so wörtlich) „Anno 1633, den 29.
Oktober, Ludwig Sadeler von Treysa aus dem Hessenlande, ein Musketier unter
Hauptmann Unterfern, übersteinisch-hessisch Regiment, gegenwärtiges Vesperbild
mit dem Gewehr in die Schulter geschossen. Daraufhin er sobald zu Boden gesunken
und unsinnig geworden. Darin er auch verblieben drei Tage. Jämmerlich
unterdessen gerufen: Heilet das Weib. Endlich in solcher Unsinnigkeit - den 1.
November elendig gestorben.“
Wie weiter überliefert ist, fiel Geseke nach achttägiger Belagerung im Jahr 1633
in die Hände des Landgrafen Wilhelm von Hessen, dessen Truppen die Stadt
plünderten. Am 29. Oktober soll dann der Soldat Ludwig Sadeler aus einem Haus
von der „Hellwegstraße“ auf die schmerzhafte Mutter, welche in dem Eingang der
Rosenstraße stehenden Heiligenhäuschen aufgestellt war und jetzt in der
Stiftskirche steht und verehrt wird, geschossen haben. In dem heutigen
Heiligenhäuschen an der Ecke Hellweg / Rosenstraße steht eine Kopie.
Das Heiligenhäuschen, das sich im Eigentum der Stadt Geseke befindet, wird seit
Jahren liebevoll von den Eheleuten Robert und Josefa Mattenklotz gepflegt. Erst
vor einigen Jahren wurde es mit einem großen finanziellen Aufwand vom Verein für
Heimatkunde restauriert.
Die Pieta wurde inzwischen von Alexander Arens vom Verein für Heimatkunde aus
dem Bildstock geborgen und gereinigt. Ein Restaurator wird in Kürze die Pieta
auf weitere Schäden an der Fassung untersuchen. Das Ehepaar Mattenklotz sorgte
gleich am Samstag für die Reinigung von Bildstock, angrenzender Hauswand und dem
Bürgersteig. Der Schaden allein an diesem Bildstock liegt bei etwa 1 000 Euro.
Wie der Vorsitzende des Vereins für Heimatkunde, Hans Peter Busch, mitteilte,
hat der Heimatverein 200 Euro für die Ergreifung des Täters ausgelobt.
Inzwischen wurde bekannt, dass auch am Haus Thoholte Schmierereien mit den
Initialen „Tc“ aufgetaucht sind.
Hinweise auf die Täter an die Polizei unter Telefon (0 29 41) 9 10 00.
Quelle:
Geseker Zeitung
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