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www.stiftskirche-geseke.de
"Schlämme" soll Stiftskirche
schützen
Nach
dreijähriger Erprobungszeit Entscheidung gefallen. Von 1,1 Mio. Euro Kosten
trägt Gemeinde 300 000 Euro
Geseke,
03. August 2006.
Nach dreijähriger Probezeit konnte nun eine
Entscheidung über die Art des Oberflächenschutzes der Fassade der Stiftskirche
St. Cyriakus gefunden werden. Es soll eine mehrlagige dünne „Schlämme“
aufgetragen werden, so Pfarrer Gerald Haringhaus, bei der die darunter liegende
Steinstruktur erkennbar bleibt. Ein Beispiel findet sich links unten neben dem
Kirchenportal zum Innenhof. Unser großes Sorgenkind, das uns viel Kopfzerbrechen
bereitet, ist momentan – und sicherlich auch noch längere Zeit - unsere
Stiftskirche, meinte der Geistliche weiter. Die beim Bau der Kirche verwendeten
Bruchsteine seien bereits tektonisch vorgeschädigt.
Die zunächst mit bloßem Auge nicht sichtbaren Risse wachsen sich durch
Umwelteinflüsse in immer stärkerem Maß aus. Der Stein wird quasi in der Mauer
zerlegt und bröselt in den äußeren Bereichen still vor sich hin oder wird nur
noch durch den Verbund des Mauerwerkes zusammengehalten.
Eine erste Kostenberechnung, so Pfarrer Haringhaus, geht von 1,1 Millionen Euro
für die Außensanierung der Stiftskirche und der Martinskapelle aus. Auf die
Gemeinde entfällt dabei ein Eigenanteil von ca. 300 000 Euro.
Besonders kostenträchtig ist das Auswechseln des zerfallenden Steins. Das ganze
Ausmaß der Schäden wird erst sichtbar werden, wenn das Gebäude eingerüstet ist
und Stein für Stein überprüft werden kann. „Vor Überraschungen sind wir somit
bezüglich der Kosten nicht sicher“, so Pfarrer Haringhaus.
Genehmigung zur Vollplanung erteilt
Die Genehmigung zur Vollplanung ist erteilt. Die Vorbereitung der
Ausschreibungen hat begonnen. Baubeginn soll im Frühjahr 2007 sein.
Da in den vergangenen Jahren kontinuierlich immer wieder bereits kostspielige
Arbeiten an der Kirche durchgeführt wurden, wie die Innenrenovierung, die
Erneuerung der Schieferkehlen auf dem Dach, die Erneuerung von Balken im
Turmhelm und die Sanierung der großen Einfriedigungsmauer, fallen in diesem
Zusammenhang zumindest keine weiteren Maßnahmen mehr an. In absehbarer Zeit
notwendig wird noch eine Generalüberholung der historischen Orgel, deren Kosten
auf ca. 30 000 Euro geschätzt wurden.
Bei aller Freude über den herausragenden ideellen Wert der denkmalgeschützten
Gebäude, für die die Stiftsgemeinde als kleinste Geseker Gemeinde verantwortlich
ist, stellt die Unterhaltung der Maria-Hilf-Kapelle, der Martinskapelle, der
alten Stiftsschule, die ebenfalls erst kürzlich von Grund auf saniert werden
musste und der Stiftskirche mit dem Kreuzgangflügel, eine ungeheure finanzielle
Belastung dar.
„In dieser Situation sind wir auf eine großzügige Unterstützung angewiesen,“ so
Pfarrer Haringhaus. Im Vorfeld konnten in den vergangenen Jahren durch Spenden,
Kollekten und Aktionen der Stiftsbauhütte bereits 40 000 Euro für die
Renovierung angespart werden.
Quelle: Geseker Zeitung
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