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Kunst im Stift
 


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Auch ohne großes Buddeln forschen
Mit einem Bodenradar erkundete ein Wissenschaftlerteam den Untergrund der Stiftskirche St. Cyriakus in Geseke

Benno Zickgraf referierte im Böddeker Hof.Geseke, 10. Februar 2006. „Bodenradar – Untersuchungen zur Baugeschichte der Stiftskirche St. Cyriakus“, war das Referat überschrieben, zu dem der Verein für Heimatkunde Geseke interessierte Zuhörer in den Böddeker Hof geladen hatte. Die Stiftskirche und ihr Aussehen in früheren Zeiten, so der Vorsitzende des Vereins für Heimatkunde, Hubertus Kersting gegenüber den Gästen im Böddeker Hof, habe die Menschen in der Hellwegstadt von jeher interessiert. Der Geseker Verein hat nun eine Radar-Untersuchung finanziert, mit der im Boden in und um St. Cyriakus Erkenntnisse über das frühere Aussehen der Kirche gesammelt werden können, ohne dass Ausgrabungen gemacht werden müssen.

Kirchengeschichte faszinierte Zuhörer

Hubertus Kersting: „Mit dem Bodenradar kann man historische Forschungen betreiben, ohne buddeln zu müssen.“
Auch Elisabeth Bömken ergriff das Wort und stellte den anwesenden ihre Magisterarbeit zum Thema „Baugeschichte der Stiftskirche“ vor. Bei den Ausgrabungen rund um die Stiftskirche in den Jahren 1973-80, so Bömken, wurde nach Hinweisen für das Vorhandensein einer Krypta und der Godehardikapelle gesucht sowie nach Resten des Kirchensüd- und -westflügels.
Angesichts der archäologischen Ausgrabungen, erklärte die Referentin, müsse jedoch davon ausgegangen werden, dass es in der Stiftskirche keine Krypta gegeben habe. Die Godehardikapelle hingegen werde in Quellen erstmals im Jahr 1290 erwähnt und es könne vermutet werden, das sie im Westflügel gelegen habe, der Anfang des 19. Jahrhunderts abgebrochen worden sei. Reste des im 12. Jahrhundert erbauten Südflügels zeigten Hinweise auf einen Kapellenraum, eine Herdstelle, einen Brunnen, einen Küchenraum und eine Fußbodenheizung.
Die Ergebnisse der Bodenradar-Untersuchung, eine Archäologie ohne Ausgrabung mittels geophysikalischer Untersuchungsmethoden rund um die Stiftskirche, stellte im Böddeker Hof Benno Zickgraf vor. „Wir schauen ohne Ausgrabungen in den Untergrund eines Baudenkmals und die Bodenradarantenne hat auf dem versiegelten Boden der Stiftskirche zweieinhalb Kilometer zurückgelegt,“ machte Zickgraf gegenüber seinen Zuhörern deutlich und stellte heraus, das dabei ein Impuls in den Boden dringe, der von darunter liegenden Schichten reflektiert werde. Hinweise auf einen westlichen Kreuzgangflügel, oder eine Krypta im Altarbereich von St. Cyriakus seien dabei nicht gefunden worden. Dagegen seien anhand der Tiefeninformation Ansätze eines Süd- und Westflügels entdeckt worden.

St. Cyriakus hatte wohl nie eine Krypta

Im Anschluss an die überaus aufschlussreichen Referate im Böddeker Hof hatten die Zuhörer noch Zeit, um Fragen an die Referenten zu stellen und Ungeklärtes von den Fachkräften erklären zu lassen.

Ein Forscherteam erkundete den Untergrund in und umdie Stiftskirche St. Cyrikus. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass es in dem Gotteshaus wahrscheinlich nie eine Krypta gegeben hat. Foto: Gramatke

Quelle: Geseker Zeitung

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