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Renovierung stellt Gemeinde vor große Herausforderung
Das Engagement in St. Cyriakus sorgt für ein lebendiges Miteinander. Holzfigur des Patrons nach zweijähriger Restaurierung wieder im Gotteshaus

Pfarrer Gerald Haringhaus weiß: Der Gemeinde St. Cyriakus steht mit der Kirchenrenovierung eine Herausforderung bevor. Rechts am Gemäuer sind zwei der runden Putzproben zu sehen.GESEKE Wäre sie nicht aus Holz, hätte sie wohl lange Zeit schmerzverzerrten Gesichts auf ihrem Podest gestanden. Die Holzfigur des Hl. Cyriakus, die über der Tür zur Sakristei in der Stiftskirche zu bewundern ist, wurde in zwei Jahren von Grund auf restauriert. „Das war nötig, weil sie vom Holzwurm regelrecht zerfressen war“, sagt Pfarrer Gerald Haringhaus und erinnert sich mit verschmitztem Lachen: „Die Figur hatte durch den Wurm sozusagen einen doppelten Schien- und Wadenbeinbruch. “Nach einer gründlichen Entwurmung wanderte der hölzerne Heilige (Entstehungszeit: 17. bis 18. Jahrhundert) in die Werkstatt von Franz-Dieter Brock. Der Störmeder Restaurator kümmerte sich um Feinheiten: Tausende Wurmlöcher füllte er mit künstlichem Holz, legte die ursprünglichen Farbschichten wieder frei. „Zum Schluss habe ich die Figur so wieder hergerichtet, wie sie ursprünglich ausgesehen hat“, sagt Brock. Unter anderem wurden Teile der Skulptur mit Pudersilber verziert.
Seit dem 12. November steht die barocke Cyriakus-Statue wieder an ihrem angestammten Platz. Die ungewöhnliche und zugleich einzigartige Darstellung des Heiligen in Ritterrüstung (s. Bild rechts) ist laut Haringhaus auf einen Krieg in den Jahren 1410 bis 1415 zurückzuführen. Aus ihrer Bedrängnis heraus rief die Bevölkerung ihren Patron Cyriakus um Hilfe an. „Er soll auf einem weißen Pferd und in silberner Rüstung erschienen sein“, sagt der Pfarrer.
Freilich war die Restaurierung der Cyriakus-Figur nur eine kleine Maßnahme, betrachtet man die großen Herausforderungen, vor denen die Stiftskirchengemeinde steht: Die Außenrenovierung des Gotteshauses. Wie die Stadtkirche muss auch St. Cyriakus rundum restauriert werden (wie berichtet).

Brüchiger Kalkstein bröckelt Zug um Zug ab

Die Steine der Außenfassade bröckeln stetig vor sich hin, so dass immer wieder Teile abplatzen. Fotos: WinkelmannProbleme bereitet vor allem der heimische Kalkstein, aus dem die Mauern bestehen. Das brüchige Material verwittert durch Umwelteinflüsse immer weiter und bröckelt schließlich nach und nach ab. Daher musste ein Bereich auf der Nordseite der Stiftskirche bereits per Zaun abgesichert werden.
Ein spezieller Putz soll jedoch bald Abhilfe schaffen. „Jedes Jahr werden neue Putzproben auf die Fassade aufgetragen“, erklärt Pfarrer Haringhaus und betrachtet die großen, hellen Flecken am Gemäuer. Von allen Seiten und in verschiedenen Varianten prangen sie mal höher, mal niedriger am Mauerwerk. Fachleute des erzbischöflichen Generalvikariats in Paderborn wollen mit Hilfe dieser Proben herausfinden, welche Putzvariante den verschiedenen Witterungsbedingungen am besten standhält. „Uns geht es aber auch darum, dass die Steinstrukturen nach der Renovierung noch zu sehen sind“, sagt der Geseker Seelsorger. Denn eine völlig neue Optik wolle weder die Gemeinde noch Paderborn.
Inzwischen ist bereits die dritte Generation von Putzproben aufgetragen – die Varianten eins und zwei überzeugten nur wenig, da sich nach dem Aufbringen bald Risse zeigten. Für das kommende Frühjahr rechnet der Geseker Geistliche nun mit einer nächsten Entscheidung aus Paderborn über die aktuelle Putzschicht.
Bereits jetzt ist klar, dass mit der Renovierung hohe Kosten auf die Stiftsgemeinde zukommen werden. Pfarrer Haringhaus möchte sich zwar nicht auf eine Summe festlegen. Allerdings geht er von mehreren Hunderttausend Euro aus, die die Gemeinde selbst aufbringen muss. „Das ist gewaltig, aber wir sind in den letzten Monaten natürlich nicht untätig geblieben“, sagt der Geistliche, der glücklich über den Einsatz der Gemeinde ist. Spendenaktionen, Verkaufsstände und Konzerte, zuletzt das Projekt Verklanglicht, haben bereits Geld gebracht. Weitere Aktionen sollen folgen.

Restaurator Franz-Dieter Brock arbeitet zurzeit mit Fingerspitzengefühl an einer weiteren Holzstatue des Heiligen Cyriakus.Außerdem wurde die Stiftsbauhütte gegründet, deren Ziel die Erhaltung der Stiftskirche ist. Dazu haben sich zahlreiche Personen informell zusammen geschlossen, um sich persönlich, ideell und finanziell für St. Cyriakus einzusetzen. „Spenden sammeln ist dabei das eine Ziel, aber darüber hinaus hat die bevorstehende Herausforderung auch zur Lebendigkeit in der Gemeinde beigetragen“, sagt Pfarrer Gerald Haringhaus. Das freue ihn ganz besonders.
Mitstreiter, die das Renovierungs-Großprojekt unterstützen möchten, sind bei der Stiftsbauhütte jederzeit willkommen. Ansprechpartner sind Pfarrer Haringhaus (Tel. 02942/1740), die Mitglieder des Pfarrgemeinderats und des Kirchenvorstands sowie der Stiftsbauhütte. Für Spenden ist zudem unter der Nummer 323 und dem Stichwort „Renovierung Stiftskirche“ ein Konto bei der Sparkasse Geseke (BLZ 416 519 65) eingerichtet. Empfänger ist die Stiftskirchengemeinde Geseke. Weitere Informationen sowie ein Spendenformular zum Ausdrucken sind im Internet abrufbar.

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