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Sprechende Heilige unterm künstlichen Sternenhimmel
Pfarrer Haringhaus und sein Team tauchten Kircheninneres in buntes Licht. Heiligengeschichten und Musik rundeten die Sinneserfahrung ab

Die Stimmen aus dem Off: Heinrich Bergmann (r.) mit Jennifer Meister, Klara Schilling, Florian Schäfer, Stefanie Romstadt und Corinna Stelter (v.l.). Fotos: SchamoniGESEKE   Haben Sie jemals die Stiftskirche so gesehen, erlebt, gefühlt? Haben Sie jemals die Orgel rot leuchtend, die Gewölbe weiß schimmernd und dann auf mal nur den Schein der Osterkerze erblickt? Dazu Stimmen aus dem Off, Musik aus dem Nichts. Hatten Sie jemals in der Kirche solches Herzklopfen? Faszination, Begeisterung, Berührtheit – einen Taumel der Gefühle löste die Veranstaltung „Verklanglicht“ am vergangenen Wochenende aus. Pfarrer Gerald Haringhaus und sein großes Team an Mitstreitern haben dieses besondere Ereignis auf die Beine gestellt. Sie haben die Stiftskirche in Klänge und Farben getaucht.Die Anspannung war den Organisatoren vor Beginn anzusehen. Wird alles klappen? „Es gibt Momente, da kann man nichts mehr tun, da ist man ohnmächtig“, meinte Pfarrer Haringhaus mit einem Schmunzeln. Wozu die Nervosität? Es war großartig: Die Kirchendecke wurde zum Sternenhimmel. Die Heiligenfiguren an den Wänden erstrahlten nacheinander und erzählten – sehr ansprechend in der Ich-Form – ihre Geschichte. Es war stockfinster.
Zum Abschluss der Veranstaltung ließen die Techniker das Kircheninnere in alle möglichen Farben und Klänge tauchen.Auf mal sah man nur die Osterkerze. Man hörte besinnliche Worte, nahezu zärtliche Klavierklänge – ein ergreifender Moment. Heinrich Bergmann, Lehrer am Gymnasium Antonianum, und eine Schüler-Gruppe waren die Stimmen aus dem Off. Für die anspruchsvolle Technik zeichneten Tassilo Nolte und Matthias Steiling verantwortlich.
Der Hintergrund der Veranstaltung ist die Renovierung der Stiftskirche, die mit diesem Projekt ein Stück mehr realisiert wurde. Aber vielleicht gibt es noch einen anderen Hintergrund: Kirche einmal anders zu präsentieren, modern und historisch, nicht alltäglich, sie auf unnachahmliche Weise erfühlbar zu machen. Eine Stunde dauerte das fast göttlich zu nennende Spektakel. Der letzte Ton, das letzte Lichtbild. Dann endlich, die Anspannung war vorüber. Pfarrer Gerald Haringhaus lächelte seinem Team zufrieden zu — ein wundervoll ansteckendes Lächeln.

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