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Mit Bodenradar auf der Suche nach verborgenen Schätzen

Archäologen untersuchten Bereich in und um die Stiftskirche. Keine spektakulären Funde. Genaue Auswertung liegt noch nicht vor.

Nachdem die Felder eingemessen waren, fuhren die Archäologen mit dem Bodenradar in einem Abstand von einem halben Meter über die Fläche. Die so gewonnenen Daten wurden dann in einem Laptop aufgezeichnet.Fotos: TommkeGESEKE. Welche denkmalwürdigen Schätze befinden sich noch um oder unter der Stiftskirche? Diese Frage stellen sich immer wieder Mitglieder der Kirchengemeinde St. Cyriakus oder aber auch des Vereins für Heimatkunde. So wundert es nicht, dass z. B. immer wieder Vermutungen angestellt werden, unter der Kirche müsse es noch eine Krypta im Bereich des Chores oder im Außenbereich einen weiteren Teil des Kreuzganges oder Fundamente der Godehardischen Kapelle geben.

Grund zur Annahme gibt es eigentlich genug. So wurde 1973 beim Bau des neuen Pfarrhauses südlich der Kirche eine Grube gefunden, bei der man annahm, es habe sich um eine Glockengießergrube gehandelt. Nähere Untersuchungen ergaben dann aber, dass es sich um einen fränkischen Töpferofen aus der Zeit um 600 n. Chr. handelte. Dieser Fund war damals wie heute eine Sensation, da aus dieser Zeit bislang nur vier Töpferöfen auf der linksrheinischen Seite bekannt waren.

Um hier endlich einmal Klarheit zu haben, haben der Verein für Heimatkunde und die Stiftskirchengemeinde mit Pfarrer Haringhaus in Verbindung mit dem Westfälischen Denkmalamt in Münster ein Spezialunternehmen damit beauftragt, mit Hilfe eines Bodenradars das Erdreich genau zu untersuchen. Begleitet wurde die Maßnahme von Elisabeth Bömken, die ihre Magisterarbeit über die Baugeschichte der Stiftskirche schreibt. Nur so war es auch möglich, die Kosten in einem erträglichen Rahmen zu halten.

Bereits im Vorfeld hatten der Vorsitzende des Vereins für Heimatkunde, Hubertus Kersting, und Benno Zickgraf M.A. vom untersuchenden Institut an Hand des Urkatasters, alten Plänen und mündlichen Überlieferungen festgelegt, in welchen Bereichen die Untersuchungen vorgenommen werden sollten. Mit Hilfe eines Tachimeters wurden die Flächen zunächst entsprechend eingemessen. Danach erfolgte die Untersuchung mit dem Bodenradar.

Das Bodenradar arbeitet ähnlich wie ein Luftradar, so die Experten. Dabei wird der Radarstrahl ausgesendet und reflektiert Objekte im Erdreich. Je nach Dauer der Reflektionszeit kann die Tiefe des gefundenen Objektes festgelegt werden. Um genaue Daten für die entsprechende Geometrie zu bekommen, wird das fahrbare Radargerät in einem Abstand von jeweils 0,50 Meter über die vorher festgelegte Fläche geführt. Alle Profile werden dann gespeichert und zu einem dreidimensionalen Datenblock zusammengesetzt. An Hand dieser Strukturen lässt sich dann erkennen, um welche Formen es sich handelt.

Von dem Ergebnis erhoffen sich Heimatforscher und Archäologen ein weiteres genaueres Bild über das Aussehen des früheren Stiftsbereiches machen zu können. Schließlich weisen verschiedene Spuren an der Kirche darauf hin, dass einmal mehr gestanden haben muss. Im Urkataster eingetragen und somit dokumentiert ist das Haus der "Psalterleserin".

Inzwischen liegt der erste Bericht von Benno Zickgraf vor. Dabei kann er heute schon sagen, Spektakuläres wurde nicht gefunden. Allerdings gab es kleinere Funde, die noch ausgewertet werden. Diese "ordentliche Interpretation" der Daten lässt allerdings noch einige Zeit auf sich warten.


Mit Hilfe eines Tachimeters wurden die Flächen von Benno Zickgraf M.A. eingemessen.


An Hand von Plänen wurden die Untersuchungsstellen festgelegt. Im Bild von links: Pfarrer Gerald Haringhaus, der Vorsitzende des Vereins für Heimatkunde Hubertus Kersting und Elisabeth Bömken. Im Hintergrund links der Ehrenvorsitzende des Vereins für Heimatkunde Edgar Lüüs.

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